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Was ist KNX?

KNX ist ein kabelgebundener Bus-Standard (ISO/IEC 14543-3) für die Haus- und Gebäudeautomation. Es ist das am weitesten verbreitete professionelle Smart-Home-Protokoll in Europa — vom Einfamilienhaus bis zum Flughafen und Bürogebäude.

Wenn du eine Atios KNX Bridge hast, ist KNX das System, in das sie eingebunden wird.

Wie KNX funktioniert

KNX-Geräte sind über ein eigenes Niederspannungs-Buskabel verbunden — eine verdrillte Zweiadrige, die sowohl Strom als auch Daten überträgt. Die typische Busspannung liegt unter 30 V DC und ist komplett getrennt von der 230-V-Netzspannung.

Alle Geräte am Bus (Taster, Bewegungsmelder, Aktoren, Sensoren) kommunizieren miteinander, indem sie kurze Telegramme an Gruppenadressen senden und empfangen. Drücke einen Wandtaster, der der Gruppenadresse für „Küchendeckenlicht" zugewiesen ist — und der Aktor-Ausgang, an dem dieses Licht hängt, schaltet ein.

Da die Adressierung in Software erfolgt, ist Umverdrahten selten nötig: Um einen Taster einem anderen Licht zuzuweisen, änderst du seine Gruppenadresse in ETS, nicht das Kabel.

Wie eine KNX-Installation aussieht

In den Räumen findest du Niederspannungs-KNX-Geräte:

  • Wandtaster und Bedienpanels
  • Bewegungs- und Präsenzmelder
  • Temperatur-, Feuchtigkeits- und CO₂-Sensoren, Wetterstationen
  • Tür- und Fensterkontakte

All diese sind über das grüne KNX-Buskabel verbunden.

Im Verteilerkasten auf der Hutschiene:

  • KNX-Netzteil — versorgt den Bus mit Strom
  • Aktoren — Schalt-/Dimmausgänge, die Signale vom Bus empfangen und Lichter, Jalousien, Heizventile und Steckdosen ansteuern
  • KNX-IP-Schnittstelle — wird benötigt, um das System von einem Computer mit ETS zu programmieren
  • KNX-DALI-Gateway — optional, wenn du DALI-adressierbare Leuchten verwendest
  • App-Server / Matter Bridge — optional, für Smartphone- und Sprachsteuerung

Die Atios KNX Bridge vereint die letzten drei Komponenten (IP-Schnittstelle, KNX-DALI-Gateway und Matter Bridge) in einem einzigen Hutschienengerät.

Warum KNX

  • Herstellerunabhängig — der KNX-Standard wird von über 600 Herstellern weltweit unterstützt. Du kannst Aktoren einer Marke, Taster einer anderen und Sensoren einer dritten mischen.
  • Lange Lebensdauer — Installationen aus den 1990ern laufen noch. Ersatzteile sind in der Regel über Jahrzehnte verfügbar.
  • Skalierbar — dasselbe Protokoll funktioniert für eine Wohnung, eine Villa oder ein 40-stöckiges Bürogebäude.
  • Niederspannungs-Signalisierung — keine 230 V an Tastern, sicherer und einfacher zu verkabeln.
  • Topologische Flexibilität — Geräte neu zuweisen ist eine Software-Änderung, kein Umverdrahten.

Programmierung: ETS

KNX-Systeme werden mit ETS (Engineering Tool Software) in Betrieb genommen, dem offiziellen KNX-Association-Programmier-Tool. In ETS weist du physikalische Adressen zu, definierst Gruppenadressen und lädst das Geräteverhalten herunter.

ETS brauchst du nur einmal bei der Inbetriebnahme. Die tägliche Steuerung — Szenen, Automatisierungen, App-Zugriff — läuft über einen Visualisierungsserver oder eine Matter Bridge wie die Atios KNX Bridge, nicht in ETS.

Wann KNX die richtige Wahl ist

  • Neubauten, in denen ohnehin Kabel gelegt werden
  • Villen und Einfamilienhäuser mit vielen Räumen, mehreren Etagen und langfristiger Zukunftssicherheit
  • Gewerbe und Hotellerie, wo lange Produktlebenszeit und Herstellerflexibilität wichtig sind

Wenn dein Projekt kein KNX hat und du es nicht installieren willst, ist eine Atios SmartCore vielleicht besser geeignet. Siehe Was ist Matter? für den Unterschied zwischen den beiden Ansätzen.

Wie Atios an KNX angeschlossen wird

Die Atios KNX Bridge sitzt im Verteilerkasten auf dem KNX-Bus und fungiert als drei Geräte in einem:

  • KNX-IP-Schnittstelle — damit ETS das KNX-System über das Netzwerk programmieren kann
  • KNX-DALI-Gateway — damit DALI-Leuchten als normale KNX-Geräte erscheinen
  • Matter Bridge — damit die gesamte KNX-Installation in Apple Home, Google Home, Alexa oder SmartThings auftaucht

Nächste Schritte